Die Tops und Flops der teuersten Videospiele: Geldregen oder Millionengrab

GTA V ist mit 265 Millionen Euro Entwicklungskosten das teuerste Videospiel aller Zeiten. So viel kostete beispielsweise der Kinofilm Avatar oder ein Teil aus den Blockbuster-Serien “Fluch der Karabik” oder “Harry Potter”.

Die Investition lohnt sich jedoch für Rockstar. Mehr als 15 Millionen Mal wurde das Spiel innerhalb der ersten Wochen nach Veröffentlichung schon verkauft.

Das es auch anders laufen kann, zeigen zahlreiche Beispiele: Viele Videospiele kosten den Hersteller eine Menge Geld, spielen dieses aber oft nicht ein. Wir präsentieren die Tops und Flops der teuersten Videospiele.

Kojima, Microsoft, Rockstar: Die Hits der Branchengrößen

Für den Erfolg eines Spiels sind Fortsetzungen wichtig. Aber die Entwicklung kostet viel Geld. Die Entwicklung von Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots aus dem Jahr 2008 hat beispielsweise 60 Millionen Dollar verschlungen, spielte aber trotzdem enorme Gewinne ein. Mit Fortsetzungen bleibt ein Franchise lebendig und man kann es über Jahre vermarkten.

Snake ist ein Erfolgsgarant für Konami und Hideo Kojima

Das Gleiche lässt sich auch über Halo sagen. Die dritte Auflage aus dem Jahr 2007 ist die teuerste. Sie kostete 55 Millionen Dollar, war aber mit 11,5 verkauften Kopien trotzdem hochprofitabel.

Bereits vor GTA V gab Rockstar große Summe für die Entwicklung aus. GTA IV kostete 100 Millionen Dollar und verkaufte sich 20 Millionen Mal. Den Rekord hält aber GTA: San Andreas aus dem Jahr 2004. Es wurde 23 Millionen Mal verkauft.

Doch der Erfolg war Rockstar nicht immer vergönnt. L.A. Noir verkaufte sich nur fünf Millionen Mal. Damit wären andere Hersteller mehr als zufrieden. Rockstar investierte jedoch 50 Millionen Dollar. Die Folge: Das Studio Team Bondi musste nach sieben Jahren schließen.

L.A. Noire: Für Rockstar kein sehr großer Erfolg

Von Kritikern verissen, von Gamern nicht geliebt

Team Bondi ist nicht das einzige Studio, das nach verheißungsvollen Spielen die Pforten schließen musste. RealTime Worlds ereilte das gleiche Schicksal. Das Studio entwickelte APB: All Points Bulletin, ein Online-Spiel in Anlehnung an GTA, das mehr als 50 Millionen Dollar verschlang.

Gamer und Kritiker verrissen APB. Hinzu kamen wirtschaftliche Probleme für das Studio RealTime Worlds. Als Folge musste das Studio schließen. Ein Jahr später kaufte Reloaded Productions das Franchise auf, gab ihm einen anderen Namen und vertrieb All Points Bulletin als kostenloses Spiel. APB war 2010 eines der ambitioniertesten Spiele. Vielleicht gelingt es Reloaded, die Investitionen eines Tage wieder einzuspielen.

APB: kein Erfolg für das Online-Spiel

Große Flops trotz hoher Entwicklungskosten

Viele Jahre lang galt Shenmue als das teuerste Spiel der Welt. Das Ende der 90er veröffentlichte Spiel kostete 47 Millionen Dollar. Das Spiel hatte alles, um ein Hit zu werden: realistische Grafiken, ein abwechslungsreiches Gameplay, eine exzellente Grafik-Engine. SEGA verkaufte zwar viele Exemplare des Spiels, hatte sich jedoch mit den Ausgaben für Shenmue verhoben. Das lag auch am mangelnden Erfolg der Dreamcast-Konsole.

SEGA nahm einen zweiten Anlauf, der jedoch auch nichts einbrachte. Das Ergebnis: eine Saga ohne Ende und der Abschied von SEGA als Konsolenhersteller. Heute entwickelt das Unternehmen für andere Hersteller Spiele. Darunter auch für den ehemaligen Konkurrenten Nintendo.

Shemue ist wahrscheinlich der größte Flop in der Geschichte der Videospiele

Shenmue ist kein Einzelfall: Star Wars: The Old Republic aus dem Jahr 2011 war ebenfalls kein Erfolg. Das Spiel kostet aber 200 Millionen Dollar.

Obwohl das kostenpflichtige Online-Spiel in den ersten Monaten sehr erfolgreich war, liefen dem Game bald die Abonnenten weg. EA bliebt nichts anderes übrig, als die ersten 50 Level kostenlos anzubieten.

The Old Republic dürfte für EA und Bioware kein finanzieller Verlust gewesen sein. Aber sicherlich haben sich beide Unternehmen mehr von dem Spiel versprochen. World of Warcraft existiert beispielsweise seit fast zehn Jahren und besitzt eine treue Anhängerschaft, die ihr Geld in das Spiel steckt.

Old Republic: das Online-Spiel wird nie an den Erfolg von WoW heranreichen

Schlechtes Management und die Folgen

Die Entwicklungskosten sind häufig der Grund, warum ein Spiel floppt. Missmanagement treibt die Kosten in die Höhe. Ein Beispiel dafür ist Gran Turismo 5. Das anfängliche Budget von 60 Millionen Dollar musste um 20 Millionen erhöht werden. Der Grund: Polyphony Digital ließ sich mit der Entwicklung viel Zeit. Das bedeutet mehr Personalkosten, mehr Ressourcenverbrauch und damit höhere Ausgaben.

Trotz des immer wieder verschobenen Starts verkaufte sich GT5 exzellent. Daher ist es nicht überraschend, dass Sony eine Fortsetzung herausbringen will.

GT5 verzögerte sich mehrmals, verkaufte sich dann aber sehr gut

Abgesehen von einer miserablen Entwicklungsarbeit bedeutet häufig auch ein schlechter Vertrieb das Aus für ein Videospiel. Das Beispiel hierfür ist Too Human aus dem Jahr 2008.

Die Entwicklungskosten waren vergleichsweise gering. Aber Entwickler Silicon Knights setzte die Unreal Engine 3 ohne Genehmigung von Epic Games ein, dem Besitzer der Engine. Es kam zu einem Rechtsstreit. Der führte dazu, dass Too Human erst 2008 für die Xbox 360 herauskam. Angekündigt war es für die PS1 – im Jahr 1999.

Die verkauften 1 Millionen Exemplare reichten so eben aus, um die Kosten von 80 Millionen Dollar wieder einzuspielen. Neben Shenmue ist Too Human der größte Flop aus den 2000er-Jahren.

Too Human brachte dem Entwickler ein Jahrzehnt lang Probleme ein

Die 100-Millionen-Grenze

Viele Faktoren entscheiden über Erfolg oder Misserfolg eines Videospiels. Trotz des hohen Risikos wagen sich immer wieder Hersteller an Entwicklungskosten jenseits der 100 Millionen Dollar heran.

Neben GTA V durchbricht auch Disneys Infinity diese Grenze. Das Spiel gilt als Konkurrenz zu Skylanders. Ob das Game erfolgreich sein wird, wissen wir, wenn es zu Weihnachten 2013 in den Handel kommt.

Infinity und GTA V werden in diesem Jahr nicht die einzigen Spiele mit einem 100-Millionen-Etat bleiben. Es ist abzuwarten, welche Highlights für die PS4 und die Xbox One veröffentlicht werden. Sicherlich werden darunter viele Erfolge sein – aber auch der ein oder andere Flop.

Originalartikel auf Spanisch

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