Microsofts Touch-Office für Tablets: Alle Gerüchte und Fakten im Überblick

Microsoft arbeitet an einem Office Touch für Windows Tablets. Eine iPad-Variante gibt es bereits und für das hauseigene Windows muss Microsoft schnell nachlegen. Was wir von dem für Tablets optimierten Office erwarten können, verrät unser Faktencheck.

Microsoft Office 2013 bietet zwar einige Erleichterungen für die Fingereingabe. Auf Tablets ist die Software aber für richtig produktives Arbeiten ungeeignet. Diese Lücke soll Office Touch für Windows schließen.

Produktname und geplanter Erscheinungstermin

Über den künftigen Namen ist bislang nichts bekannt. Microsoft-Kenner Paul Thurrott nennt das Tablet-Office einfach Office Touch. Intern nutzt Microsoft momentan wohl den Codenamen Gemini. Als Erscheinungstermin wird momentan wie bei Windows 9 das Frühjahr 2015 gehandelt.

Offizielle und geleakte Screenshots

Bis zur Build-Konferenz im April war das geplante Touch Office nicht viel mehr als ein Gerücht. Dann zeigte Microsoft immerhin erste Screenshots von der kommenden PowerPoint-App.

Microsoft PowerPoint Touch für Windows, gezeigt auf der BUILD-Konferenz.

Diese ähnelt Office für iPad, die Menüzeile hat aber mehr Sektionen. Schon die erste Version von Office Touch für Windows wird wohl deutlich mehr Funktionen als die Varianten für iOS und Android anbieten. Dies würde auch die längere Entwicklungszeit erklären.

Weitere inoffizielle Bilder kamen mit einer im Mai geleakten internen Microsoft-Präsentation in Umlauf. Hier ist unter anderem die vom Desktop bekannte Ribbon-Oberfläche erkennbar.

Bei der von Microsoft Research stammenden Präsentation handelt es sich aber wohl um eine sehr alte interne Version von 2013 oder früher. Mit Home, Insert, View sind in der Ribbonleiste weniger sichtbar als im iPad Office. Trotzdem verdeutlicht das Bild, dass Microsoft auf ein ähnliches Bedienkonzept für alle Plattformen setzt.

Office Touch für Windows: Welche Apps sind mit dabei?

Nach Insiderberichten arbeitet Microsoft an Touch-Apps von allen wichtigen Office-Anwendungen. Dazu gehören Word, Excel, PowerPoint, OneNote, Outlook, Publisher und Lync. Von der bereits vorhandenen OneNote-App soll es eine zweite Version mit mehr Funktionen geben. Ob es das von der OneNote App bekannte kreisförmige Editierwerkzeug auch in Word, Excel und Co. geben wird, ist bislang unbekannt.

Das fingerfreundliche Radial Menu aus der bereits vorhandenen OneNote App.

DirectX für flüssige Grafikausgabe und Touch-Bedienung

Wie Kirk Koenigsbauer vom Office-Team auf der Build-Konferenz bekanntgab, arbeitet Office Touch für höhere Grafikleistung und gute Hardware-Unterstützung mit der Programmierschnittstelle DirectX. DirectX kommt bei Windows Store Apps eher bei aufwändigen Spielen zum Einsatz. Bei komplexen Anwendungen sorgt die Technologie für hohe Leistung und Stabilität auf unterschiedlichen Geräten. In Office Touch wird DirectX wohl eine flüssige Touchbedienung ohne Ruckeln sicherstellen.

Möglich: Erweiterte Bedienung durch kombinierte Eingabe mit Finger und Stylus

Die geleakte Präsentation von Microsoft Research illustriert ein kombiniertes Auswahlwerkzeug für Stylus und Fingereingabe mit der sowohl flüssiges als auch exaktes Arbeiten möglich wird. Ob das fertige Office Touch die Technik integriert, ist bislang unklar. Mit solch erweiterten Eingabetechniken könnte Microsoft das Touch Office für Windows deutlich von Konkurrenzanwendungen abgrenzen und auch das Surface Pro 3 mit dem dazugehörigen Stylus als Arbeitsgerät aufwerten.

Microsoft lässt sich mit Office Touch für Windows sehr lange Zeit. Bei seinem Flagschiff für Geschäftskunden wollen die Redmonder wohl nichts anbrennen lassen. Mit einer exzellenten Umsetzung für Tablets kann demnach gerechnet werden. Ob 2015 dann zu spät ist, werden die Kunden entscheiden. Mit Google Docs hat Office inzwischen einen ernstzunehmenden Konkurrenten.

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